/ FALs virtuelle Welt / Eine Reise nach Hasankeyf

Ein Reisebericht (1. Teil)


Durch die besondere Situation, dass wir im November 2001 noch Urlaub hatten, flog ich vom 17. bis 27. in die Türkei. Aus verschiedenen Medien hatte ich von den ehrgeizigen Plänen der türkischen Regierung erfahren, Eufrat und Tigris zu stauen, um dadurch Strom und Wasser für die Landwirtschaft zu gewinnen. Vor allem die Siedlungen aus der frühen Menschheit und der Ort Hasankeyf (der 2005 geflutet wird) interessierten mich.
Am 16. November hatten wir das letzte Konzert in Sonneberg, da war ich schon mit gepacktem Auto hingefahren. Weiter ging es nach dem Konzert zu meinen Eltern, die in meinem Geburtsort Giengen an der Brenz wohnen. Bei ihnen übernachtete ich und wurde von ihnen dann am nächsten Tag zum Flughafen Stuttgart gebracht.
Es war schon ein komisches Gefühl, das erste mal ganz alleine in den Urlaub, keine Freundin dabei, kein Freund. Noch dazu keine Ahnung, was einen erwartet, kein Hotel im Voraus gebucht, kein Bekannter, der einem erzählen kann, was zu tun ist. Tage vorher war ich aufgeregt, wie lange schon nicht mehr; gibt es etwa noch Kämpfe zwischen Kurden und der Türkei (wie diverse Kollegen mich warnten)? Was nehme ich mit, ist es in der Wüste immer heiß oder nur im Sommer heiß, im Winter dafür um so kälter? Die eigenen Eltern beruhigen in solch einer Situation auch nicht gerade.

Karte mit Flugroute Istanbul-Şanlıurfa

Die wenigsten Sorgen hatte ich indes vor dem Fliegen an sich. So viele Kontrollen und Durchleuchtungen habe ich seit ich in Israel gewesen bin nicht mehr erlebt. Am Fliegen fasziniert mich ja der Service, sich mit 800 km/h fortzubewegen und dabei noch etwas zu essen hat schon was. Nur ist die Technik noch nicht ästethisch genug. Es ist zu aufwändig, einen Stahlvogel in die Luft zu bekommen, man muß zwei Stunden vorher an Ort und Stelle sein und wartet dann doch nur, bis es los geht.
Als wir in Istanbul landeten war es ca. 20 Uhr. Ich setzte mich in ein Taxi und lies mich zu einem Hotel fahren. Ich merkte dann bald, wie es so oft lief: Der Taxifahrer erhielt natürlich Geld damit er mich ausgerechnet zu diesem Hotel fuhr. Angesichts vorgerückter Stunde und keinem Vergleich akzeptierte ich auch den Preis von 55 € für eine Nacht, hatte mir aber schon vorgenommen, mir am nächsten Tag etwas billigeres zu suchen, zumal die Atmosphähre auch nicht gut war...

2. Teil