/ FALs virtuelle Welt / Unterwegs auf dem Via Francigena

Ein Reisebericht (14. Tag)


Kaum ist man in der Zivilisation wird man auch schon wieder unsanft geweckt: der Preis der zentralen Lage meines Zimmers war, dass eben vor Sonnenaufgang schon alles für den Markt aufgebaut wurde, natürlich nicht ohne dazugehörigem Lärm. San Gimignano Ich packte meine Siebensachen, frühstückte auf dem Piazza della Cisterna und schaute den Marktleuten zu, wie sie den Rest noch aufbauten. Den Weg aus der Stadt fand ich leicht, das „Panorma mit FAL“ knipste ich lieber selbst noch mal, nachdem ich es eigentlich schon einen Einheimischen hatte fotografieren lassen. Panorama mit Fal (aus Sicht der Einheimischen) Eigentlich wollte ich ja, da ich meine digitale Kamera zu Hause vergessen hatte und mit der Einweg-Kamera auf 27 Bilder für geplante drei Wochen beschränkt war, jeden Tag nur ein Foto machen, sonntags auch mal zwei. Somit war heute also Sonntag. Moderne Reiseschilderungen benötigen ja tausende digitale Bilder, damit auch was gutes dabei ist...
Bei meiner ersten Rast holten mich zwei Italiener ein, die auch nach Rom unterwegs waren. Auch wenn ich gerade loslief, als sie ankamen: sie holten mich doch nur wieder ein. Inzwischen war das Laufen ja schon eine Gewohnheit, die Füße sahen zwar entsprechend aus, so lange ich nicht stehen blieb tat aber auch nichts weh. In Colle di Val d'Elsa bekam ich nun endlich Kartuschen für meinen Füllfederhalter, die Verständigung ist eben nicht unmöglich, wenn manchmal auch etwas schwieriger. Es ist eine schöne kleine Stadt die wahrscheinlich zu nahe an San Gimignano liegt als dass sie wirklich von touristischer Bedeutung wäre. Auch ich lief nur durch, schließlich habe ich auch noch andere Ziele. Colle di Val d'Elsa Es wurde wieder ländlicher und ich versuchte, in Ermangelung einer Bar oder Gaststätte, an ein paar Sonnenblumenkerne 'ranzukommen, die hier angebaut wurden, es erwies sich aber als zu aufwändig, diese zu schälen. Wahrscheinlich waren sie auch noch nicht ganz reif, diesen Eindruck hatte ich zumindest.
Panorama mit Fal (eigener Versuch) In einem Waldstück erlebte ich nun wieder folgendes: der Weg war gut ausgeschildert, die Frage nur, nimmt man die eine oder die andere Route. Ich entschied mich für den kürzeren Weg nach Siena, also gehe nicht über Monteriggioni, kassiere keine 500 €. Wie schon am ersten Tag meiner Reise endete aber auch dieser Weg als Zufahrt zu einem Haus. Da es sich um eine Agriturismo-Bude handelte, offensichtlich zur Zeit der letzte Schrei, konnte mir geholfen werden, ich fand wieder den rechten Weg. Die heutige Schlafstätte befand sich im Wald, eine der besseren Sorte. Ich versuchte nun die Tinte aus einer Patrone in den Füller zu bekommen... es geht alles, wenn man nur will. So konnte ich noch Karten und Tagebuch schreiben.

15. Tag