/ FALs virtuelle Welt / Eine Reise nach Hasankeyf

Ein Reisebericht (12. Teil)

An meinem letzten Vormittag in Diyabakır schaute ich mir noch alle Sehenswürdigkeiten an. Ich frühstückte wieder früh und lief dann los, das erste Ziel war das Hotel Kervansaray, ein renoviertes Deliller Hanı, was auch immer dies bedeutet. Hier haben schon die Karawanen der Seidenstraße Rast gemacht, die Zimmer sind inzwischen aber sicher moderner eingerichtet.
Kervansaray Hotel An der Rezeption bekam ich einen Stadtplan von Diyabakır und konnte so gezielt die Meryem Ana Kilisesi (syrisch-orthodoxe Kirche) suchen. Der Weg führte mich durch Gassen, gegen die alles andere wirklich breit ist. Die Kirche selbst erkennt man eigentlich gar nicht als solche, sie liegt in einem Hinterhof, der durch ein kleines Tor zu betreten ist. In der Kirche wollte ich mich kurz setzen, hatte aber die Regel verletzt, dass Frauen und Männer getrennt sitzen, worauf ich gebeten wurde, doch bitte rechts Platz zu nehmen. Langsam kamen die Leute zu einem Gottesdienst, und da ich noch einiges vor hatte verliess ich die Kirche.
Ich wollte als nächstes die Sen Corc Kilisesi (armenische Kirche) besichtigen. Dies war nicht möglich, da sie von Jandarmen abgesperrt war. Dies sind Soldaten, die eigentlich überall anzutreffen sind, selbst im Kloster Mor Gabriel hatten sie einen Stützpunkt. Ich unterhielt mich mit einem „Gendarmen“ der zehn Jahre in Deutschland gelebt hatte, doch leider konnte auch er mich nicht in die Kirche bringen.
Imam Abdullah Im Hotel startete ich einen letzten Versuch, an mein Geld zu kommen. Eigentlich hatte ich es schon abgeschrieben und bekam von Murat am Telefon auch nur erzählt, dass seine Mutter krank geworden ist, was mich natürlich nicht interessierte.
Imam Abdullah Ich holte mir nun einen eigenen Mietwagen und fuhr los. Laut Mehmet soll auch bei Bismil gegraben werden. Dieser Ort liegt am Tigris, auf dem Weg nach Hasankeyf, also schaute ich mich dort um. Als Mitteleuropäer wurde ich zwar so schon seltsam angeschaut, als ich mich aber auch noch nach Ausgrabungs-Stätten erkundigte, war ich für die Leute vollkommen obskur. Selbst der Leiter der örtlichen Schule konnte mir nicht weiterhelfen, also musste ich weiterfahren, die Zeit drängte.
Batman klingt zwar interessant, hatte aber nicht viel zu bieten. Der weitere Weg durch das Tigris-Tal ist sicher eine der schönsten Straßen, die ich kenne. Durch eine sagenhafte Landschaft, vorbei an bewohnten Höhlen kam ich nun langsam zu dem Ziel meiner Reise: Hasankeyf. Begrüßt wird man von einem mit Mosaik verkleideten Turm am Ufer. Von hier aus hat man schon einen Ausblick auf die Stadt auf der anderen Seite des Flusses...

13. Teil